Waldbaden

Da ich seit einiger Zeit einen Vierbeiner mit Namen Molly an meiner Seite habe, gehe ich viel spazieren. Um nicht immer den gleichen Weg zu gehen, variiere ich die Strecke. Eine führt mich dabei durch ein kleines Waldstück. Dies hat mich dazu gebracht mich mit dem Waldbaden auseinander zu setzen. Dieser Begriff ist aus dem japanischen zu uns gekommen. In Annette Lavrijsens Buch Shirin Yoku – Waldbaden die heilende Kraft der Natur bin ich auf einige interessante Informationen gestoßen. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass ein Spaziergang im Wald das Stresshormon Cortisol senkt, den Blutdruck senkt und die Herzfrequenz verringert.

Das wollte ich jetzt selber wissen. Bei den nächsten Spaziergängen mit Molly bin ich bewusst in den Wald gegangen. Eine wichtige Vorbereitung um mich auf den Wald zu konzentrieren war, dass Handy auszuschalten :). Ich habe mich versucht ganz auf den Wald zu konzentrieren mit allen Sinnen (was höre ich, was sehe ich, was rieche ich, was fühle ich). Es war spannend zu merken, daß ich mit jedem Spaziergang etwas anderes wahrgenommen habe z.B. das Klopfen des Spechts, den geringelten Farn, den Geruch der Erde nach einem Regen und die Rinde eines Baumes unter meinen Händen. Ich habe gemerkt, daß ich sobald ich den Wald betrete ruhiger werde. Ich gehe langsamer, schaue mich bewusst um und meine Gedanken sind weniger mit anderen Dingen beschäftigt.

Eins hat mich neugierig gemacht: Die Idee an einem Baum eine meditative Übung durchzuführen. Bei meinem nächsten Spaziergang habe ich mir einen Baum ausgesucht, eine Eiche. Ich habe mich an den Baum gestellt, die Füße fest auf dem Boden, die Hände oder eine Hand an der Rinde. Dann atme ich mehrmals tief und regelmäßig in den Bauch. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie der Baum tief verwurzelt ist und wie er stark in den Himmel aufragt. Dann verbinde ich dies mit einer Achtsamkeitsübung in dem ich mich auf das konzentriere was ich unter meinen Händen und Füßen spüre, was ich höre und was ich rieche. Selbst Molly legt sich ruhig neben mich, aber vielleicht ist ihr auch nur langweilig weil ich so viel Zeit an dem Baum verbringe ;)

Mir tut es gut und ich fühle mich danach ausgeglichener und zufriedener (meistens). Jedesmal, wenn wir in den Wald gehen mache ich diese Übung. Als nächstes will ich noch meinen Blutdruck messen vor dem Spaziergang und danach schauen, ob sich auch hier was tut.

Damit Sie eine Vorstellung von "meinem" Wald bekommen, hier ein Bild:

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Probieren Sie es doch auch einmal aus!