Atemübung

Am Dienstag habe ich an einem Onlineseminar teilgenommen. Fast alle Teilnehmer kamen direkt von der Arbeit ins Meeting. Die Seminarleiterin hat zur Einführung eine geleitete Atementspannung durchgeführt. Leider war ihre Anleitung für mich zu schnell, aber als ich mich auf mein Tempo konzentriert habe, habe ich die Wirkung spüren können. Ich fühlte mich weniger gehetzt und konnte mich besser konzentrieren. Das hat mir mal wieder klar gemacht, dass ich im Alltag diese immer vorhandene Ressource zu selten nutze. Der Atem steht uns als Instrument immer zur Verfügung. Biathleten, Sportschützen und Yogalehrer wissen um seine Wichtigkeit. Im Yoga gibt es viele verschiedene Formen des Atmens – das Pranayama. In der Yogapraxis lernen die Übenden damit besser zu atmen, wodurch ihr Körper und Geist belebt werden. Der Körper nimmt mehr Sauerstoff auf und unterstützt die Ausscheidung über die Lungen. Pranayama entspannt und eignet sich hervorragend bei der Stressbewältigung.

Meine Lieblingsatemübung aus dem Yoga ist die Wechselatmung. Diese wirkt:

  • ausgleichend und harmonisierend auf unser ganzes System.

  • fördert die Konzentrationsfähigkeit.

  • fördert innere Ruhe und emotionale Ausgeglichenheit.

  • Öffnet die Atemwege der Nase.

Hier eine kleine Anleitung zum Ausprobieren: Die Wechselatmung erhält ihren Namen daher, daß abwechselnd durch die Nasenlöcher geatmet wird. Hierzu verschließt man mit der Hand im Wechsel die Nasenlöcher. Mit der rechten Hand formen Sie hierfür das Vishnu-Mudra. Zeige- und Mittelfinger verbleiben zusammengerollt an der Hand. Nur Daumen, Ringfinger und der kleine Finger bleiben ausgestreckt:

/images/fingerhaltung.jpg

Finden Sie eine bequeme Sitzposition und verschließen Sie mit dem Daumen nun die rechte Seite des Nasenflügels. Atmen Sie ruhig ein.

/images/einatmen.jpg

Nehmen Sie den Daumen von der Nase und üben mit dem Ringfinger einen Druck auf den linken Nasenflügel. Atmen Sie langsam wieder aus.

/images/ausatmen.jpg

Durch diese Form der Atmung haben Sie nun über den linken Nasenflügel den Sauerstoff und die Energie eingeatmet und über das rechte Nasenloch wieder ausgeatmet. In der nächsten Runde atmen Sie auf der rechten Seite ein und über die linke Seite aus. In einem nächsten Schritt können Sie nach dem Einatmen kurz beide Nasenlöcher verschließen und eine kurze Atempause einlegen ehe Sie wieder ausatmen.

Dies ist ein Beispiel für eine gut wirkenden Atemübung. Ich wende sie immer dann an (wenn ich daran denke), wenn ich zu hektisch werde. Jedes mal bin ich wieder begeistert, wie gut sie wirkt!